Seit einem Jahrzehnt arbeitet ein Konsortium aus rund zwanzig Partnern daran, eine Klimakultur im Oberrheingebiet zu etablieren (Clim’Ability, Interreg V und VI, 2016–2026).
Von der Begleitung industrieller Akteure bis hin zur Schaffung klimaresilienter Gebiete hat sich der Ansatz Projekt für Projekt auf Industriekorridore ausgeweitet, um mehr Akteure und Komplexität in die Suche nach Perspektiven und Wegen zur Anpassung an den Klimawandel einzubeziehen.
Diese Untersuchung erfolgte auf der Ebene von Pilotstandorten – Sainte-Marie-aux-Mines, Murgtal und Port Autonome de Strasbourg –, die bereit und entschlossen waren, sich an einer Aktionsforschung zu beteiligen, die sich auf die Identifizierung territorialer Vulnerabilitäten und die Erforschung von Lösungen konzentrierte, die zur Validierung in groß angelegten Experimenten getestet wurden.
Am Ende dieses Weges, den wir gemeinsam mit Forschern, Behörden, Vereinen, hybriden Kollektiven und privaten Akteuren beschritten haben, wollten wir das kollektive Gedächtnis dieses symbolträchtigen Gebiets am Oberrhein bereichern.
Denn Sainte-Marie-aux-Mines zeichnet sich durch seine Verankerung in der Grenzregion und seinen Kosmopolitismus aus. Als langjährige Grenzstadt, die zwischen einem germanischen und einem französischen Erbe steht, entstand Sainte-Marie-aux-Mines aus dem Zusammenschluss zweier Gemeinden, was durch den Bau von Fußgängerbrücken über den Fluss Liepvre, der die Stadt durchquert, belegt ist.
Von diesem Ereignis sind zahlreiche Überreste erhalten geblieben, die das Image der Stadt als Kulturerbestadt prägen. Von einer glanzvollen Vergangenheit, die auf dem Abbau von Silberminen, dem Aufschwung der Textilindustrie und der Arbeitsmigration zugunsten des Wachstums der „Trente Glorieuses“ beruhte, hat sich Sainte-Marie-aux-Mines stets durch ihre Fähigkeit ausgezeichnet, Krisen und Unsicherheiten zu überwinden. So reagierte sie auf den mit der ersten Ölkrise einsetzenden Niedergang mit einer Strategie zur Förderung des Tourismus, indem sie ihre Wirtschaft im Mittelgebirge aufwertete und ab den 1970er Jahren am Col de Bagenelles einen kleinen Wintersportort ausbaute.
Ausgehend von dieser für den Klimawandel kritischen Infrastruktur hat sich das Projekt an die Behörden von Sainte-Marie-aux-Mines gewandt, um im Rahmen des Projekts „Clim’Ability Care“ eine Partnerschaft als Pilotstandort auszuhandeln. Dieses Projekt untersucht, wie sich der Klimawandel in die Geschichte von Sainte-Marie-aux-Mines einschreibt. Wie er neue Fragen aufwirft und die Gemeinde vor neue Herausforderungen stellt. Auch wenn die Zukunft des kleinen Skigebiets am Col des Bagenelles als einer der kritischen Punkte galt, mit denen sich die Gemeinde auseinandersetzen muss, ermöglichte die Untersuchung, diesen auf die Zukunft einer kritischen Infrastruktur beschränkten Ansatz schrittweise zu relativieren und zugunsten einer systemischeren und ganzheitlicheren Sichtweise zu erweitern.
Die 10 Videos zeigen Höhepunkte der Untersuchung anhand von Interviews mit wichtigen Akteuren, darunter die Bürgermeisterin von Sainte-Marie-aux-Mines (Noëllie Hestin), der Archivar des Gemeindeverbands Val d’Argent (David Bouvier) und die wissenschaftliche Leiterin des Projekts Clim’Ability Care (Florence Rudolf, INSA Straßburg) sowie viele weitere Erfahrungsberichte, aus denen das Projekt geschöpft hat.
Unter den zahlreichen Resilienzansätzen, die anhand der aus dem kreativen Entwurf hervorgegangenen Baumstrukturen skizziert wurden, hat sich insbesondere derjenige durchgesetzt, der einerseits eine stärkere Verflechtung zwischen der Stadt und dem Col des Bagenelles und andererseits generell eine intensivere Bündelung der verschiedenen vorhandenen Potenziale vorsieht. Dieses Szenario entspricht einer Arbeit zur Erschließung der bemerkenswerten Orte der Gemeinde für Einwohner*innen und Besucher*innen. Diese Option geht auf die Beobachtung zurück, dass die heutigen Schwachstellen das Erbe vergangener Reichtümer sind, denen durch ihre Aktualisierung und gemeinsame Nutzung neues Leben eingehaucht werden sollte.
Diese Option regt zum Nachdenken über Mobilität, die Wohnwirtschaft oder Vorschläge zur Gestaltung von Entdeckungspfaden im Rahmen eines saisonalen Programms (Chantier Éco-Conseil) an, ja sogar über die ehrgeizigere Vertiefung von Branchen, die potenziell Arbeitsplätze und Kompetenzen schaffen. Das entworfene Szenario setzt auf die Zusammenarbeit zwischen den verschiedenen Akteuren der Region. Durch diese Zusammenarbeit werden die Wege zur territorialen Resilienz ihre Verankerung finden.








